Über uns

Der Ortsverband Krozingen ist als örtliche Parteiorganisation von Bündnis 90/Die Grünen für die Stadt Bad Krozingen zuständig und ist eine Unter-gliederung des Kreisverbandes Breisgau-Hochschwarzwald. Der Ortsverband besteht seit dem 5.12.2013.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und laden Sie herzlich ein, bei einem unserer nächsten Termine uns persönlich kennenzulernen. Mit Fragen und Anregungen können Sie sich gerne per E-Mail an uns wenden.
E-Mail: vorstand@gruene-bad-krozingen.de

Neuer Vorstand des grünen Ortsverbands in Bad Krozingen  Juni 2019

Bildunterschrift: Der neu gewählte Vorstand des grünen Ortsverbands in Bad Krozingen (v.l.n.r.: Dursun Ay, Kristina Meyer, Fritz Merkle, Vera Jeschke, Andreas Quartier)

Auf ihrer Jahreshauptversammlung im Juli haben die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in Bad Krozingen einen neuen geschäftsführenden Vorstand gewählt. Dieser besteht nun aus Kristina Meyer, Vera Jeschke und Andreas Quartier sowie Dursun Ay und Fritz Merkle als Beisitzern.

Der neue Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit grüner Themen in Bad Krozingen und seinen Teilorten zu erhöhen und der vergrößerten grünen Fraktion im Gemeinderat so den Rücken zu stärken. Angesichts des derzeit starken öffentlichen Interesses an ur-grünen Fragen wie Klimawandel, umweltfreundlicher Mobilität oder Inklusion bestehen gute Voraussetzungen, dann auch mit Rückenwind in die Landtagswahl in 2021 zu gehen.

Der  neue Vorstand dankte Monika le Floch-Wierzoch und Jürgen Weismann für ihre Mitarbeit in den vergangenen zwei Jahren und Andreas Quartier, Fritz Merkle und Dursun Ay für ihr kontinuierliches Engagement.

Vor der Wahl ließ Andreas Quartier die Aktivitäten des Ortsverbands im vergangenen Jahr Revue passieren, Frank Riepl berichtete aus seiner Funktion als Kreisvorstand, Josef Heckle aus dem Kreistag, dem er erneut angehört und Corinna Quartier aus der grünen Gemeinderatsfraktion, der sie weiterhin vorsitzt. Der scheidende Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Für den Vorstand

Vera Jeschke

Mai 2020, Sommerinterview Kristina Meyer

Dr. Kristina Meyer – Chemikerin und Co-Vorsitzende der Grünen in Bad Krozingen

Frage: Kristina, wir sitzen hier auf deiner Terrasse mit Blick auf Äcker und Felder in Schmidhofen. Was hat dich denn hierher verschlagen? Kristina Meyer: Die wunderschöne Natur natürlich! Ich habe einen sehr schönen großen Garten, der zur Hälfte naturbelassen ist – mit einer ungemähten Wiese zum Beispiel, wo die Vögel zwitschern und viel Natur zu sehen ist. Das ist mir wichtig.

Frage: Welche Bedeutung haben Natur, Umwelt und Landwirtschaft für dich? K. Meyer: Eine ganz fundamentale in dem Sinne, dass wir ohne gesunde Lebensmittel und eine intakte Natur gar nicht lebensfähig sind! Was so idyllisch klingt, nämlich die Landwirtschaft um sich herum zu haben, ist in der Realität tatsächlich oft wenig idyllisch… Ich schaue auf viele Monokulturen, ich sehe wenig Natur in dem Sinne, dass es Lebensräume für irgendwelche Tiere gibt – Insekten, Wirbeltiere, irgendwelche Tiere – und das ist leider eine sehr traurige Sache. Das ist gleichzeitig auch eines meiner Interessensgebiete: wieder Bewusstsein zu schaffen, dass wir nicht einfach von der Natur nur nehmen können, sondern dass wir sie auch erhalten müssen.

Frage: Und was tust du konkret, um Lebensräume zu schaffen und Veränderungen zu bewirken? K.Meyer: Da gibt es tatsächlich hier vor Ort in Bad Krozingen Möglichkeiten, das zu tun! Zum Einen gibt es Projekte, um Lebensräume auf dem Acker zu erhalten, z.B. die von Carola Holweg – das sind Projekte, die per Crowdfunding finanziert werden, wo tatsächlich Bürger in die eigene Tasche greifen, und sagen: Ich möchte honorieren, dass Landwirte ein Stück Natur erhalten. Das finde ich sehr schön, weil es ein lokales Projekt ist. Und dann gibt es das Projekt der solidarischen Landwirtschaft von Michels Kleinsthof in Tunsel, das ich unterstütze. Da geht es darum, ohne jegliche Art von Pestiziden möglichst naturnah Lebensmittel anzubauen und diese dann in einer solidarischen Gemeinschaft miteinander zu teilen.

Frage: Für viele Menschen gibt es einen Gegensatz zwischen grüner Politik und Landwirtschaft, wie siehst du das? K.Meyer: Wir Grüne sind überhaupt nicht gegen Landwirte oder Landwirtschaft, im Gegenteil! Wir sehen, dass Landwirtschaft die Quelle unsere Nahrungsmittel ist und zudem Landschaftspflege bedeutet! Wir möchten das unterstützen und auch die Wertschätzung für die Landwirte vorantreiben. Denn ohne ein gesichertes Auskommen, ohne Wertschätzung durch die Gesellschaft will natürlich niemand mehr Landwirt sein. Und wir brauchen die Landwirte, ganz klar!

Frage: Zu guter Letzt – was ist für dich positiv an Bad Krozingen? K.Meyer: Die Größe der Stadt – mir ist es sehr sympathisch, dass es keine große Stadt ist, ich bin kein Großstadtmensch. Und dass man vor allem in den Ortsteilen – wir sind hier in Schmidhofen – die Gelegenheit hat, die Menschen tatsächlich noch zu kennen. Man kennt seine Nachbarn, es gibt eine Gemeinschaft. Das finde ich gut und erhaltenswert!

Das Gespräch führte Vera Jeschke

Weiterführende Links: „Ackerflur mit mehr Natur“:  https://www.ecocrowd.de/projekte/ackerflur; Solidarische Landwirtschaft in Tunsel:  www.michels-kleinsthof.

August 2019, Sommerinterview Dursun Ay

Heute im Gespräch: Dursun Ay, 70 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in der Türkei, Diplommaschinenbauer im Ruhestand, wohnhaft in Schlatt, 2013 Gründungsmitglied des grünen Ortsverbands Bad Krozingen, seitdem als Beisitzer im Vorstand aktiv.

Frage: Dursun, wie kamst du eigentlich zu den Grünen?

Dursun Ay: Ich habe Anfang der 70er Jahre in Ankara mit dem Studium angefangen. Durch meinen Vater, der Staatsanwalt war und gegen Korruption vorging, habe ich mich mit Politik befasst. Damals gab es keine Meinungsfreiheit. Die Politiker hatten kein Interesse an den Leuten, an der Gesellschaft. Viele Minderheiten wurden diskriminiert. Militär und Polizeistaat haben mich gestört. Deswegen habe ich mich auch gegen diese Militärjunta engagiert. Deshalb musste ich weg aus der Türkei… In Deutschland war ich am Anfang für die SPD, aber dann habe ich festgestellt: Meine politische Heimat ist bei den Grünen. Ich habe selber als leitender Ingenieur in einem Kernkraftwerk in Nordrheinwestfalen gearbeitet und dabei bemerkt, dass diese Technologie nicht beherrschbar ist. Da habe ich mir vorgenommen: Wenn ich nicht mehr berufstätig bin, werde ich gegen diese Technologie kämpfen. Zu viele Störfälle wurden und werden vertuscht. Wenn kontaminierter Dampf austritt, müssen wir doch die Bevölkerung in Kenntnis setzen, damit sie sich schützen kann, das ist sonst unverantwortlich! Ich hatte deshalb Konflikte mit dem Kraftwerksbetreiber. Mit meinem Ruhestand 2011 bin ich dann Mitglied geworden.

Frage: Gibt es noch ein Thema, das dir besonders wichtig ist?

Dursun Ay: Der gesellschaftliche Zusammenhalt! Ich möchte nicht, dass einige Menschen benachteiligt werden, nicht mehr mitkommen, sondern dass Menschen, die nicht so viel Einkommen haben, auch vom Staat unterstützt werden. Weil Deutschland ein reiches Land ist. Wir  können uns das leisten. Wenn ich denke, was manche Rentner bekommen – 4 oder 500 Euro,- ich möchte nicht, dass das so bleibt. Wer 40 Jahre gearbeitet hat, aber vielleicht nicht immer ein geregeltes Einkommen hatte, der wird im Alter noch ärmer und hat einen noch schlechteren Lebensstandard.

Frage: Was willst du in der neuen Legislaturperiode als Beisitzer im Vorstand verwirklichen?

Dursun Ay: Ich möchte, dass wir uns mit dem neuen Vorstand noch mehr engagieren, auch in der Öffentlichkeit, und bei der nächsten Landtagswahl als Grüne noch mehr Stimmen bekommen in Bad Krozingen und in Baden-Württemberg insgesamt. Ich will auch, dass wir einige Dinge ändern: Wenn man beobachtet, wie viele Häuser in den vergangenen Jahren in Krozingen gebaut wurden – wir haben fast keine Grünflächen mehr! Ich möchte, dass wir das in die Öffentlichkeit tragen, damit das nicht so weitergeht. Auch wenn wir das vielleicht nicht gleich ändern können. Im Gemeinderat haben wir keine Mehrheit, aber wir sollen nicht aufgeben, unsere Themen zu verteidigen. Das ist mein Ziel!

Frage: Du bist das Logistikzentrum der Grünen in Bad Krozingen…

Dursun Ay: Ich habe von Anfang an immer diese Aufgaben gemacht – bei jeder Wahl habe ich die Stände organisiert, Materialien aus Freiburg beschafft, Plakate aufgehängt. Ich habe das immer gerne gemacht. Es ist mir wichtig, dass wir hier bekannt werden, vorher gab es ja keinen grünen Ortsverein. Und es ist uns gelungen: Bei der letzten Kommunalwahl sind wir zweitstärkste Partei geworden sind – ich bin stolz darauf, dass wir das von 2013 bis 2019 geschafft haben! Aber es stört mich, dass wir noch so wenige Mitglieder in Krozingen haben. Hier müssen wir besser werden.

Frage: Und warum haben wir uns hier im Kurpark getroffen?

Dursun Ay: Ich mag Grün, ich bin ein Naturmensch! Wenn ich Zeit habe, bin ich oft in der Natur unterwegs. Den Kurpark finde ich super, ich fühle mich hier einfach wohl. Wir haben ja damals zusammen verhindert, dass das Hotel gebaut wurde – da war ich auch sehr aktiv!


Dursun Ay im Krozinger Kurpark (Bild: privat)

Das Gespräch führte Vera Jeschke